ReisetagebuchMexiko
Valladolid – spanischer Flair und mexikanische Gemütlichkeit
Bunte Häuser, Hunde an jeder Straßenecke und der Geruch von Essen in der Luft. Valladolid ist ein ruhiger Ort, der Kultur und Wissen groß schreibt.

Wer auf der Suche nach Bars und Kneipen ist, der wird hier eher enttäuscht werden. Valladolid bietet viel mehr die Möglichkeit, in den unterschiedlichen Museen neues zu erfahren. Das Herzstück der Stadt ist der Hauptplatz, ein Brunnen, umringt von Sitzbänken und romantischen Stühlen (man sitzt sich gegenüber), mit Pflanzen und Grünflächen. Gleich daneben findet sich die Kirche „San Servacio“ – ein prachtvolles, dennoch schlichtes Gebäude, das von Palmen geziert wird. Innen ist die Kirche aber, um ehrlich zu sein, nicht sonderlich spektakulär.
Free Walking Tour
Dreimal am Tag hat man die Möglichkeit am Brunnen des Hauptplatzes (Parque Principal Francisco Canton Rosado) nach einem jungen Mann mit einem roten Regenschirm, auf dem „Free Walking Tour“ zu lesen ist, Ausschau zu halten. Wir machten die Tour um 10 Uhr und bekamen einen kleinen Einblick in die Geschichte und den Aufbau der Stadt. Unser Guide Cesar, erzählte uns Interessantes zur „Iglesia de San Servacio“, zeigte uns eine weitere Kirche, führte uns durch den lokalen Markt und ging mit uns zur Cenote Zaki. Die Tour bietet einen guten Einstieg, um sich mit der Geschichte und dem Aufbau der Stadt vertraut zu machen. Und wie immer bei „Free Walking Tours“, entscheidet man am Ende selbst, wieviel Geld man hergeben möchte.
Cenote San Lorenzo Oxman
Ein großes Plus ist für uns, dass Valladolid quasi umgeben von Cenoten ist, ja, es gibt sogar eine mitten im Ort. Ihr wisst ja... wir lieben Cenoten. ♥️😉 Und Oxman ist bis jetzt definitiv meine Lieblingscenote. Nicht nur, dass hier wunderschöne Wurzeln von etwa 30 Metern bis ins Wasser runterhängen, nein, es gibt auch ein Seil, mit dem man sich von etwa 3 Metern reinschwingen kann. Dieses Tarzan-Feeling haben wir natürlich zur Genüge ausgekostet.
Xkopek - Bienenfarm 🍯🐝
In der Nähe unserer Unterkunft (Hostel las cruzes) gab es eine Bienenfarm, die Führungen anbot. Wir gingen um 10 Uhr hin und bekamen eine Privatführung. Für 5€ pro Person wird man hier in einer trockenen Cenote (das letzte Stadium einer Cenote) mit vier verschiedenen, einheimischen Bienenarten herumgeführt und erfährt Interessantes über diese. Danach geht es zu den Bienenstöcken, von denen der Honig gewonnen wird. Im Gegensatz zu europäischen Bienen, sehen die hier heimischen eher wie Fliegen aus. Aus diesem Grund werden sie von den Einheimischen auch oft verwechselt und erschlagen, was zum langsamen Aussterben dieser Arten führt. Leider erfährt man bei der Führung kaum etwas von der Gewinnung und Erzeugung des kostbaren Honigs. Die heimischen Bienen produzieren nur etwa 10% des Honigs, den eine europäische Biene im Jahr produziert. Deshalb ist etwa der Honig der Melipona-Biene sehr teuer. Am Ende der Führung bekommt man aber einige der Honigprodukte zu kosten – sweeet. 😊
Convent of San Bernardino of Siena
Bei diesem Kloster waren wir zweimal. Einmal bei Nacht und einmal bei Tag. Jeden Tag um 20:25 Uhr gibt es die englische Version (um 20 Uhr auf Spanisch) einer Lichtshow über die Geschichte von Valladolid an den Wänden des Klosters. Es ist wirklich sehenswert, da es sowohl künstlerisch, als auch technisch und geschichtlich einiges zu bieten hat. Tagsüber waren wir im Museum des Klosters, welches Möbel-, Fund- und Kunststücke beherbergt. Interessant zu sehen sind die Bilder darüber, dass unter dem Kloster eine Cenote liegt, in welche die Spanier nach einem verlorenen Kampf all ihr Waffen, samt Kanonen, geworfen haben. Diese wurden später von Tauchern, mit speziellen Geräten, an die Oberfläche gebracht. Das spannendste an dem Museum war für mich ehrlich gesagt trotzdem der schön angelegte Garten. Für 1,50€ Eintritt ist das aber auch völlig in Ordnung.
Casa de los Venados
Wenn man die Eingangshalle dieses Hauses betritt, dann würde man wohl nie vermuten, dass es sich hierbei nicht um ein Museum sondern ein Privatanwesen handelt. Von 10-13 Uhr werden hier jeden Tag die Pforten geöffnet, um drei Führungen zu geben (um 10, 11 und 12 Uhr). Wir hatten das Glück den Besitzer des Hauses, der gerade mit seiner Frau und Freunden frühstückte, kurz kennenzulernen. Ein sympathischer Amerikaner, der es sich zum Lebensziel gemacht hat, mexikanische Künstler durch seine Sammlung zu unterstützen. Jeder einzelne Raum dieses Hauses ist von oben bis unten voll mit unterschiedlichen Kunstwerken. Man darf auch jeden ihrer persönlichen Räume betreten und alles berühren. Bei der Führung werden einem ausgewählte Stücke näher erklärt und man kann jederzeit Fragen stellen. Am Ende zahlt man soviel wie man möchte (5€ p.P. sind aber vorgesehen). Diese Geld geht dann an gemeinnützige Organisationen. Es dient also nicht der Bereicherung der Besitzer, obwohl ich mir gar nicht vorstellen kann, welchen Aufwand man für die Instandhaltung dieser Unmengen an Kunstwerken betreiben muss.